Jenseits der Angst kann man fast den Himmel berühren

Vor ziemlich genau 3 Monaten stand ich auf einem der spektakulärsten Aussichtspunkte Norwegens: Kjerag, den eingeklemmten Stein, Tausend Meter über dem türkisblauen Lysefjord. Alle, die mein Foto dort gesehen haben, finden es stark. Das ist richtig, aber die Wahrheit ist gar nicht so simpel. Auf diesem Stein zu gehen und dort zu stehen ist gar nicht so schwierig, wenn man es bis dorthin geschafft hat (zumindest, wenn man keine Höhenangst hat). Wahre Stärke braucht es, um dorthin zu kommen. Es gibt keine Seilbahn nach Kjerag. Die Wanderung dauert fünf Stunden und es geht zuerst steil nach oben. Und dann steil und rutschig nach unten. Und dann wieder steil nach oben und wieder steil nach unten. Und wieder nach oben. Nach einer Weile auf dem Hochplateau auf dem Fjord kommt man an eine enge Stelle, an der auch an einem heißen Sommertag noch Schnee liegt und es ist ziemlich rutschig. Wenn diese Stelle auch bewältigt ist, steht man am Rande der Welt und muss nur noch die letzten Schritte auf den Stein gehen. Auf dem Stein zu stehen ist wunderschön aber nicht mehr das Wesentliche (wenn auch die meisten Außenstehenden nur das sehen).

Was hat diese Wanderung mit der Gründung eines Unternehmens zu tun?

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Am Caldonazzosee

Es gibt diese Orte, wo einfach alles so ist, wie man es sich vorstellt. Ein kleiner Ort in Norditalien (im Valsugana), mit alten Häusern, vielen Blumen, einer Pizzeria und einem Albergo (Gasthaus), drum herum grüne Hügel, Apfelbäume und Berge.

Noch dazu liegt Caldonazzo an dem schönen Caldonazzo See, nicht so groß wie der Gardasee und bei weitem nicht so touristisch, dafür umso schöner. Caldonazzo kann  man mit dem Zug erreichen und hier in einem kleinem Gasthaus übernachten, oder sogar in den Unterkünften einer sozialen Organisation -in der im Sommer viele Kinder ihre Ferien verbringen, im Frühjahr und Herbst kann man hier eine Ferienwohnung  mieten und das Geld kommt dem sozialen Zweck zu gute. Die Pizzeria in Ort serviert auch eine vegane Pizza (Marinara) und auf Wunsch Thunfischsalat ohne Thunfisch. Im Unterschied zum Gardasee, wo die Hauptsprache Deutsch ist, spricht man hier italienisch und zwar ein sehr schönes, für mich verständliches.

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Berlin Tagebuch, Teil 1: Nachhaltig Reisen?

Aus aktuellem Anlass habe ich angefangen, mich zu fragen, was nachhaltig Reisen eigentlich ist. Schnell habe ich im Internet einiges dazu gefunden. Zum einem geht es darum, möglichst Flugreisen zu vermeiden. Wenn man nicht ohne auskommt, dann kurze und direkte Verbindungen. Kleine Unterkünfte wählen, große Hotelketten vermeiden. Mit Einheimischen in Kontakt kommen. Nachhaltig essen. Am Zielort sich nachhaltig fortbewegen (Öffis, Rad, Fuß). Natur und Kultur erleben. Wenig Müll und vor allem Plastikmüll vermeiden. “Berlin Tagebuch, Teil 1: Nachhaltig Reisen?” weiterlesen

Der Mauerweg: die Stadtroute

Am Montag starten wir unsere Wanderung am S-Bahnhof Hermsdorf. Wir laufen durch einen Stadtteil voll Villen und fragen uns, wie hoch manche Heizkostenrechnungen hier wohl sein mögen.
Aber heute stellt sich diese Frage nicht wirklich, bereits um 11 Uhr sind es über 30 Grad und kein Wölkchen am Himmel. Nach wenigen Kilometer überqueren wir die Grenze nach Brandenburg. Das Dorf Alt-Lübars und der Tegeler Fließ mitten in einem Naturschutzgebiet sind die nächsten Punkte auf der Karte.
Links und rechts liegt weißer Sand. Wir essen rote und gelbe Mirabellen direkt von den Bäumen. Die Brombeeren sind allerdings richtig sauer.

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Der Mauerweg: die Südseite

Tag 4. Wochentag hab ich vergessen.

Heute sind es 3 Grad weniger als gestern, also nur 35. Dafür haben wir die längste Etappe vor uns.
Wir beginnen irgendwo am Teltower Kanal. Links fließt der Verkehr auf der Autobahn und das ist schon das einzige, was an Menschen erinnert. Es ist sonnig, heiß und einsam.
Hier und da gibt es am Weg Erinnerungen an die Maueropfer, die meisten davon junge Männer. Eine Tafel erklärt wo eine Spionageanlage der Amerikaner war.